Zwei gute Nachrichten aus dem Grossen Rat
Heute hat der Aargauer Grosse Rat gleich zweimal Entscheide getroffen, die wir als Verband Bildung Aargau begrüssen. Im Zentrum stehen die Sexualaufklärung an den Schulen und die Entlastung der Lehrpersonen von administrativen Aufgaben.
Sexualaufklärung braucht einen geschützten Raum
Im Grossen Rat wurde erneut über die Sexualaufklärung an den Aargauer Schulen diskutiert. Ein Vorstoss verlangte unter anderem eine stärkere Kontrolle externer Fachpersonen sowie die zwingende Anwesenheit der Lehrperson während der entsprechenden Lektionen.
Der Vorstoss wurde zurückgezogen. Das ist aus unserer Sicht ein gutes Zeichen. Gerade bei sensiblen und persönlichen Themen ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche Fragen stellen und offen über Unsicherheiten sprechen können. Dafür braucht es Fachpersonen und einen geschützten Rahmen.
Professionelle Sexualaufklärung leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Sie vermittelt Wissen, stärkt die Fähigkeit, eigene Grenzen zu erkennen und zu setzen, und hilft dabei, respektvoll mit den Grenzen anderer umzugehen.
Weniger Bürokratie, mehr Zeit fürs Unterrichten
Auch bei der administrativen Entlastung der Lehrpersonen gab es Grund zur Freude. Der Grosse Rat hat ein Postulat mit 77 zu 52 Stimmen überwiesen, das eine Bestandsaufnahme der administrativen Aufgaben von Lehrpersonen verlangt.
Der Regierungsrat soll aufzeigen, wo Doppelspurigkeiten bestehen und welche Aufgaben vereinfacht, digitalisiert oder künftig von anderen Stellen übernommen werden könnten.
Das Anliegen ist längst überfällig. Lehrpersonen sollen ihre Zeit möglichst dort einsetzen können, wo sie am meisten bewirken: bei ihren Schülerinnen und Schülern. Jede unnötige administrative Aufgabe nimmt Zeit weg für Unterricht, Vorbereitung und individuelle Begleitung.
Zwei wichtige Signale für die Schule
Aus Sicht des Verbands Bildung Aargau sind beide Entscheide wichtige Signale: mehr Vertrauen in Fachpersonen und weniger unnötige Bürokratie für Lehrpersonen.
Damit ist aber noch nichts erreicht. Nun gilt es, bei der administrativen Entlastung konkret hinzuschauen und aus der Analyse auch wirksame Massnahmen abzuleiten.
Für heute aber gilt: Zweimal gute Nachrichten für die Bildung im Aargau.