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Vom Stosslüften bis zur Medienkompetenz – neues aus der Politik

Text von Katja Burgherr

Stosslüften soll es richten

Der Hitzesommer 2026 wird uns noch eine Weile in Erinnerung belieben – sofern er nicht schon 2027 vom nächsten Rekordsommer abgelöst werden wird. 

Auch die Schulen litten unter den heissen Temperaturen, denn selbst im Juni und August – und damit ausserhalb der Sommerferien – knackten die Temperaturen vielerorts über mehrere Tage hinweg die 30-Grad-Marke. Die anhaltende Hitze beeinträchtigte die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit sowie das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern und Lehrpersonen.

 

Im vergangenen Juni, nach der ersten Hitzewelle des Sommers, hatte Stefan Dietrich, SP, gemeinsam mit anderen Mitgliedern des Grossen Rates eine Interpellation betreffend Hitzeschutz und Unterrichtsanpassungen bei Hitze an Aargauer Volks- und Kantonsschulen eingereicht. In der Beantwortung der Interpellation kommt der Regierungsrat nun zum Schluss, «dass der bestehende Rechtsrahmen eine ausreichende Grundlage für den Hitzeschutz an Schulen bietet.» Weiter hält er fest, dass es «den Schulträgern obliegt, die bestehenden Verantwortlichkeiten wahrzunehmen.»

Der Regierungsrat anerkennt, dass im Kampf gegen die Hitze nicht alle Schulen die gleiche Ausgangslage haben, denn «die thermische Situation in Schulräumen und auf Schularealen wird insbesondere durch Bauweise und Alter der Gebäude, Sonnenschutz, Lüftungsmöglichkeiten sowie die Gestaltung des Umfelds beeinflusst.» Gleichzeitig verzichtet er auf kantonsweite Massnahmen und sieht stattdessen die Schulleitungen und Gemeinden in der Pflicht. Zudem verweist die Regierung auf niederschwellige Massnahmen wie zum Beispiel das Stoss- und Querlüften oder die Verlegung anspruchsvoller Lerninhalte auf die kühleren Morgenstunden. 

Mit den Förderklassen plus und den Massnahmen in der frühen Förderung kommt nun also auch der Hitzeschutz auf die lange Liste der Aufgaben, die von den Gemeinden umgesetzt und finanziert werden müssen. Damit die Chancen der Schülerinnen und Schüler sowie die Arbeitsbedingungen für die Lehrerinnen und Lehrer im ganzen Kanton dieselben sind, erachtet es Bildung Aargau als wichtig, dass der Kanton in diesen Bereichen nicht nur den Lead übernimmt, sondern auch dafür sorgt, dass die Qualität der Schule nicht von den Gemeindefinanzen abhängt. 

 

Sicherheit im digitalen Raum

Auch hinsichtlich der Sensibilisierung der Schülerinnen und Schüler durch die Schule für die Sicherheit im digitalen Raum sieht der Regierungsrat keinen Handlungsbedarf. Die Motion betreffend Erweiterung der Medienkompetenz zur Prävention vor Cyberkriminalität, insbesondere vor digitalisierter, sexualisierter Gewalt, und Stärkung der Cyber-Awareness an den Schulen im Kanton Aargau wurde abgelehnt. «Die Schule», argumentiert die Regierung, «kann nicht alle gesellschaftlich relevanten Themen in erforderlicher Tiefe auffangen.» Die Medienkompetenz sei im aktuellen Lehrplan zudem bereits gut verankert. Der Regierungsrat verweist auch auf die Komplexität des Themas: Es könne nicht erwartet werden, dass sich Lehrpersonen mit allen technischen Entwicklungen und Phänomenen im Bereich Cyberkriminalität auf dem Laufenden halten und diese sehr spezifischen Inhalte eigenständig vermitteln können. Deshalb müsste die Schule auf externe Fachpersonen setzen – was laut Regierung zu jährlich wiederkehrenden Kosten von rund 5.9 Millionen Franken führen würde.