Der Grosse Rat beschliesst Notensetzung ab Zyklus 2
«Ich bin fassungslos und bestürzt… Der Entscheid des Grossen Rates von gestern katapultiert unser System zurück in die Steinzeit. Ich bin schon länger im Clinch mit dem Volksschulsystem, aber das topt jetzt noch alles andere. Für mich ist klar, dass ich so nicht mehr im System des Aargaus arbeiten will. Und ich weiss, dass es anderen Lehrpersonen gleich geht. Wie können wir für eine zukunftsfähige Schule einstehen? Wie können wir den Abgang von engagierten Lehrpersonen vermeiden?»
Der Entscheid des Grossen Rats vom Dienstag, 4. März, ab dem Zyklus 2 in den promotionswirksamen Fächern bei Prüfungen verpflichtend Noten zu setzen, löst im Schulfeld grosses Unverständnis bis hin zu Bestürzung aus. (Siehe Beispiel oben)
Gegen das Anliegen, Leistungsbeurteilungen transparent auszugestalten, ist nichts einzuwenden. Den Fachleuten absolute Vorschriften zu machen, wie dies zu tun sei, ist nicht die Aufgabe der Politik. Es ist wie wenn wir einem Chirurgen vorschreiben würden, welchen Faden er benutzen muss, um eine Wunde zu schliessen, egal was wissenschaftlich und empirisch notwendig und richtig wäre.
Die Erfüllung des Bildungsauftrags wird erschwert und mindert die Attraktivität des Berufs. Ein Eingriff mit fatalen Folgen nicht nur für die Schule!