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Vorstösse zur Sprachförderung und -kompetenz

Im Grossen Rat sorgten jüngst mehrere Vorstösse rund um Sprachkompetenzen und Sprachförderung für Diskussionen. Während die SVP-Fraktion das korrekte Schreiben in der Volksschule stärker einfordern will, plädieren andere Parteien für gezielte Förderprogramme und eine Überprüfung der Sprachenstrategie im Kindergarten.

Text von Katja Burgherr

Korrektes Schreiben an der Volksschule

Zahlen, die in den Medien in den letzten Wochen immer wieder zitiert wurden, zeigen, dass die Leistungen von Schülerinnen und Schülern im Lesen und Schreiben immer weiter abfallen. Ein Umstand, der die SVP-Fraktion des Grossen Rates dazu veranlasst hat, eine Motion betreffend korrektes Schreiben in der Volksschule zu lancieren. Die Motionärinnen und Motionäre fordern der Regierungsrat dazu auf, «sicherzustellen, dass die Rechtschreibung (z. B. Orthografie, Grammatik und Interpunktion) an der Volksschule konsequent geübt und eingefordert wird». Zudem sollen, wie in der Motion formuliert, «lautgetreues Schreiben sowie das Schreiben nach Gehör abgeschafft werden.» Das Schreiben nach Gehör, so befürchtet die SVP-Fraktion, führe zu dauerhaften Rechtschreibfehlern und ungenügenden Sprachkompetenzen. Der Regierungsrat soll deshalb sicherstellen, dass Schülerinnen und Schüler von Beginn an richtig schreiben lernen – unter anderem durch Korrekturen und vermehrte Diktate. Bildung Aargau weist darauf hin, dass Schülerinnen und Schüler – anders als in der Motion behauptet – trotz anfänglichem lautgerechtem Schreiben durchaus auf Fehler hingewiesen werden und ist der Ansicht, dass eine «Diktatpflicht» auf die Verbesserung der Lese- und Schreibfähigkeit keinen grossen Einfluss haben würde.

Qualität in multikulturellen Schulen

Das Postulat von Alain Burger (SP) fordert den Regierungsrat auf zu prüfen, ob im Kanton Aargau ein Programm nach dem Zürcher Vorbild QUIMS (Qualität in multikulturellen Schulen) eingeführt werden kann. Ziel ist es, Schulen mit vielen Kindern aus eingewanderten, fremdsprachigen oder sozial benachteiligten Familien gezielt in den Bereichen Sprachförderung, Schulerfolg und Integration zu unterstützen. Der Regierungsrat soll dabei insbesondere den Bedarf, die nötigen Voraussetzungen, mögliche Kooperationen (z. B. mit der PH FHNW), die Finanzierung und Synergien mit bestehenden Programmen abklären.

Mundartpflicht im Kindergarten

Die Interpellation von Ruth Müri (Grüne) thematisiert die Mundartpflicht im Kindergarten und fragt, ob diese Regelung mit den schwachen Deutschleistungen vieler Aargauer Schülerinnen und Schüler zusammenhängen könnte. Sie verweist auf Forschungsergebnisse, die eine frühe Förderung des Standarddeutschs – zusätzlich zur Mundart – empfehlen, insbesondere für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache. Der Regierungsrat soll darlegen, wie er diese Empfehlungen bewertet und ob er bereit ist, die Unterrichtssprache im Kindergarten im Rahmen der kantonalen Sprachenstrategie zu überprüfen