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Abstimmung verloren, aber doch einiges gewonnen

Julia Hoppe, die uns im Abstimmungskampf zur Initiative «Bildungsqualität sichern – JETZT» unterstützt hat, erklärt, weshalb die Niederlage an der Urne nicht bedeutet, dass die Anstrengungen vergebens waren.

Text von Katja Burgherr

Die Aargauische Volksinitiative «Bildungsqualität sichern – JETZT!» wurde am 14. Juni vom Aargauer Stimmvolk mit 57,4 % Nein-Stimmen abgelehnt. Natürlich hätten wir uns heute ein anderes Resultat gewünscht. Dennoch lohnt sich eine differenzierte Betrachtung. Über 42 % der Stimmenden haben unsere Initiative unterstützt und damit ein deutliches Zeichen für die Anliegen von Bildung Aargau gesetzt.

Besonders bemerkenswert ist, dass es gelungen ist, ein bildungspolitisches Thema, das oft als komplex und wenig abstimmungstauglich gilt, über Monate hinweg in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion zu rücken. Fragen der Unterrichtsqualität, der Ressourcen an den Schulen, des Fachkräftemangels und der Belastung von Lehrpersonen wurden breit diskutiert. Damit hat die Kampagne weit über den eigentlichen Abstimmungssonntag hinaus Wirkung entfaltet.

Aus politischer Sicht ist das Resultat zwar eine Niederlage, aber keine Absage an die Anliegen, für die wir uns eingesetzt haben. Die Herausforderungen an den Schulen verschwinden nicht mit diesem Abstimmungsentscheid. Der Mangel an qualifizierten Lehrpersonen, die zunehmenden Anforderungen an Schulen und die Frage nach guten Rahmenbedingungen für erfolgreichen Unterricht bleiben bestehen und werden die Bildungspolitik auch in Zukunft beschäftigen.

Wir sind überzeugt, dass wir einen engagierten, sachlichen und glaubwürdigen Abstimmungskampf geführt haben. Es ist gelungen, die Perspektive der Schulen und der Lehrpersonen sichtbar zu machen und viele Menschen für die Bedeutung guter Bildungsbedingungen zu sensibilisieren. Dafür gebührt allen Beteiligten grosser Dank. Gleichzeitig hat die Abstimmung gezeigt, dass es uns nicht gelungen ist, eine Mehrheit davon zu überzeugen, dass eine Verankerung dieser Anliegen in der Kantonsverfassung der richtige Weg ist. Auch diese Erkenntnis gehört zur politischen Realität und wird für zukünftige Vorhaben wichtig sein.

Nach diesem Abstimmungssonntag lohnt es sich aber auch, nach vorne zu schauen. Die Diskussion über Bildungsqualität, Schulentwicklung und die Attraktivität des Lehrberufs ist nicht beendet. Im Gegenteil: Die Kampagne hat gezeigt, dass diese Themen viele Menschen bewegen und dass Bildung weiterhin einen hohen Stellenwert in unserem Kanton hat.

Wir danken euch allen herzlich für euren Einsatz – für die unzähligen Stunden, die Gespräche, die Überzeugungsarbeit, die Standaktionen und die Unterstützung in den vergangenen Monaten. Ohne dieses Engagement wäre es nicht gelungen, unsere Anliegen so sichtbar zu machen.

Seid stolz auf das, was ihr gemeinsam erreicht habt.  Wir dürfen nun alle einen Moment innehalten, miteinander anstossen und das grosse Engagement feiern, das hinter dieser Kampagne stand.

PS: Auch wenn wir die Abstimmung verloren haben, bleiben die Gründe, weshalb wir diese Initiative lanciert haben, unverändert bestehen. Der Fachkräftemangel, die Belastung der Lehrpersonen und die Herausforderungen an den Schulen werden uns auch morgen beschäftigen. Die heutige Entscheidung ist deshalb nicht das Ende einer Diskussion, sondern Teil eines längeren politischen Prozesses. Dass es gelungen ist, diese Themen über Monate hinweg auf die politische Agenda zu setzen und kantonsweit eine breite Debatte über die Zukunft auszulösen, ist ein Erfolg, auf den wir gemeinsam stolz sein dürfen.

 

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