Hohe Belastung an Schulen – Bildung Aargau diskutiert Lösungen
Die Belastung für Lehrpersonen und schulische Fachpersonen steigt in allen Schulstufen. Die Initiative «Bildungsqualität sichern – JETZT» könnte Entlastung bringen.
An der Verbandsratssitzung von Bildung Aargau vom 11. März wurde deutlich: Lehrpersonen und schulische Fachpersonen stehen zunehmend unter Druck. In allen Schulstufen zeigen sich ähnliche Entwicklungen. Steigende Anforderungen, mehr administrative Aufgaben und immer komplexere Situationen im Schulalltag führen zu einer sehr hohen beruflichen Belastung.
Lehrpersonen in den Zyklen 1 und 2 begleiten Kinder in einer entscheidenden Phase ihrer Entwicklung. Gleichzeitig werden die Klassen heterogener und der Unterstützungsbedarf nimmt zu. An der Sitzung wurde betont, dass ausgebildetes Personal eine zentrale Voraussetzung für eine funktionierende Schule ist. Lehrpersonen sollen sich stärker auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können – den Unterricht und die pädagogische Arbeit mit den Kindern. Klare Konzepte, kompetente Schulleitungen und funktionierende Teams sind dafür entscheidend. Als wichtige Entlastungsmassnahmen wurden Teamteaching und kleinere Klassen genannt. Wenn Lehrpersonen gemeinsam unterrichten oder weniger Schülerinnen und Schüler betreuen müssen, können sie individueller fördern und ihre Arbeitsbelastung reduzieren. Ebenso wichtig ist genügend ausgebildetes Fachpersonal, etwa in der schulischen Heilpädagogik oder der Logopädie. Für Klassenlehrpersonen im Zyklus 1 und 2 wurde zudem vorgeschlagen, zwei Lektionen pro Woche für administrative Aufgaben vorzusehen, die nicht an Unterricht gebunden sind.
Auch auf der Sekundarstufe I ist die Belastung hoch. Lehrpersonen berichten von anspruchsvoller Kommunikation mit Eltern sowie von einer steigenden Zahl von Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf. Gleichzeitig wird Zusatzarbeit häufig nicht entschädigt. Gefordert wurden kleinere Klassen, zwei Entlastungsstunden für Klassenlehrpersonen sowie mehr Assistenzlehrpersonen und mehr adäquat ausgebildete Lehrpersonen.
Auf der Sekundarstufe II zeigen sich ebenfalls strukturelle Herausforderungen. Besonders an EBA-Berufsschulen werden grosse Klassen als schwierig erlebt. Kleinere Klassen oder Halbklassenunterricht könnten hier entlasten. Auch Assistenzlehrpersonen könnten in einzelnen Fächern unterstützen. Zudem wünschen sich viele Lehrpersonen weniger administrative Aufgaben und bildungsfreundliche politische Rahmenbedingungen.
In der Heilpädagogik und der Schulsozialarbeit verschärfen zusätzliche Faktoren die Situation. Fachpersonen beobachten, dass gesellschaftliche Entwicklungen zunehmend im Schulalltag sichtbar werden. Gleichzeitig steigt der administrative Aufwand. Kritisiert werden auch eine starke Defizitorientierung sowie der Einsatz von Personen ohne adäquate Ausbildung.
Die Diskussion zeigte: Viele Herausforderungen haben strukturelle Ursachen. Umso wichtiger ist die Bildungsinitiative «Bildungsqualität sichern – JETZT!». Sie setzt sich für bessere Rahmenbedingungen ein – etwa genügend qualifiziertes Personal, tragbare Klassengrössen und bessere Arbeitsbedingungen für Lehr- und Fachpersonen. Mehr Ressourcen und Unterstützung Unterricht würden zweifellos helfen, die steigenden Anforderungen im Schulalltag besser zu bewältigen.