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Delegiertenversammlung 2025: Abschiede, Ausblicke und viel Applaus

Von emotionalen Abschieden, unterhaltsamen Reden und dem Blick in eine herausfordernde Zukunft – ein Rückblick auf die Delegiertenversammlung von Bildung Aargau.

Text von Katja Burgherr

Bildung Aargau war in diesem Jahr zu Gast im Alten Gemeindesaal in Lenzburg – jener Stadt, in der der Schriftsteller und Dichter Frank Wedekind vor über hundert Jahren seine Schulzeit verbrachte und, wie Stadtpräsident Daniel Mosimann anhand von amüsanten Anekdoten erzählte, seine Lehrpersonen mit seiner aufmüpfigen Art regelmässig zur Verzweiflung brachte. Auch heutige Lehrpersonen sehen sich mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Doch trotz der bisweilen apokalyptischen Töne in Medien und Kommentarspalten, so betonte Bildung-Aargau-Präsidentin Colette Basler, lebt die Schule – und wie! Von kreativen Kulturprojekten über engagierte Lernende bis hin zu politisch interessierten Jugendlichen: Überall sprüht es vor Talent, Neugier und Motivation. Ja, die Herausforderungen sind da – doch das Ziel bleibt unverrückbar: gute Bildung für alle.

Mit Sonja Amport war an der diesjährigen DV ein vielen noch unbekanntes Gesicht zu Gast. Seit Anfang 2025 ist sie die Leiterin der Abteilung Berufsbildung und Mittelschule beim Departement BKS. Sie würdigte in ihrer Ansprache die Geduld und Beharrlichkeit der Lehrpersonen – und richtete den Blick nach vorn: auf eine Bildungslandschaft, die Lernwege ganzheitlicher denken und den Umgang mit künstlicher Intelligenz verantwortungsvoll gestalten muss.

Ein Blick zurück, ein Blick nach vorn

Der Verband bezog in zentralen Bildungsthemen im vergangenen Jahr klar Stellung – von der integrativen Schule über den Fachkräftemangel bis hin zum umstrittenen Schulranking im Grossen Rat. Auch beim Vorstoss zur obligatorischen Benotung von Leistungsausweisen und beim Projekt Kompass setzte sich Bildung Aargau engagiert für die Anliegen der Lehrpersonen ein. Mit neuen Strukturen, einer neuen Präsidentin und einem frischen Auftritt ist der Verband organisatorisch gut aufgestellt.

Mit Blick nach vorn engagiert sich Bildung Aargau weiterhin für gute Arbeitsbedingungen, eine gelingende Einführung der Förderklassen und eine durchdachte Sprachstrategie. Ziel bleibt die spürbare Entlastung der Schulen und eine qualitativ hochwertige Bildung für alle. Die drohenden Sparmassnahmen auf kantonaler Ebene bereiten Sorgen – Bildung Aargau wird sich entschieden dagegen einsetzen. Intern will der Verband wachsen, neue Mitglieder gewinnen und junge Lehrpersonen stärker einbinden – dass viele Mitglieder in die Pension gehen und tendenziell weniger neue Mitglieder hinzukommen, ist auch einer der Gründe, weshalb die Jahresrechnung 2024/25 ein Defizit ausweist.

Der grosse Schwerpunkt wird bei Bildung Aargau in den nächsten Monaten auf der Volksinitiative «Bildungsqualität sichern – JETZT!» liegen. Die Abstimmung wird am 14. Juni 2026 stattfinden.

Emotionale Abschiede

Neben Mitgliedern des Verbandsrates, die sich in den vergangenen Jahren mit viel Herzblut in den Verband gegeben haben, wurde an der DV in Lenzburg die ehemalige Präsidentin Kathrin Scholl verabschiedet. Wie viel sie mit ihrer umgänglichen und gleichzeitig beharrlichen Art, ihrem Kampfgeist und ihrem vorausschauenden Blick fürs Ganze in der Bildungslandschaft bewegen konnte, zeigte die Reaktion der anwesenden Delegierten – sie wurde mit einer Standing-Ovation in den wohlverdienten Ruhestand entlassen und erhielt die Ehrenmitgliedschaft.