Aus dem Vorstand - Sitzung vom 22. Juni 2026
An der letzten Sitzung diskutierte der Vorstand von Bildung Aargau insbesondere die Antwort der Regierung auf eine Interpelation, die sich mit Deutschförderung und fremdsprachigen Kindern befasste. Bildung Aargau ist mit der Antwort der Regierung grundsätzlich zufrieden, erwartet jetzt aber auch weitergehende Massnahmen.
Nicole Burger (SVP) als Sprecherin stellt der Regierung im Rahmen einer Interpelation eine Reihe von Fragen im Zusammenhang mit Deutschförderung und fremdsprachigen Kindern. Die Kinder hätten aber im Prinzip mindestens ein Elternteil , welches Deutsch spricht. Die Interpelantin zielt vor allem auf die Frage ab, ob die Regierung einverstanden sei, dass solide Deutschkenntnisse für den schulischen Erfolg eines Kindes zentral seien, und ob es möglich ist, Eltern zu sanktionieren, welche zwar Deutsch können, dieses aber mit den Kindern nicht sprechen. Somit besteht die Gefahr, dass diese Kinder später auf Kosten der Staatskasse zusätzliche Deutschlektionen benötigen.
Die Regierung ist einverstanden, dass solides Deutsch für eine erfolgreiche Schullaufbahn wichtig ist, dass aber auch andere Faktoren eine wesentliche Rolle spielen. Der Kanton weisst darauf hin, dass sein Piloprojekt zu Sprachstanderhebung einen Förderbedarf bei ca. 30 Prozent der Kinder edrgeben hat. Wie viele dieser Kinder zuhause eigentlich Deutsch reden könnten, weiss die Regierung nicht. Die Sprachstandserhebung wird mit dem neuen Volksschulgesetz obligatorisch. Anschliessend erhalten die Gemeinden eine Anschubfinanzierung, damit Kinder in Spielgruppen oder Kitas Deutsch erlernen. Eine Sanktionierung von Eltern sieht die Regierung als nicht zielfrührend.
Bildung Aargau begrüsst die Antwort der Regierung. Eine Sanktionierung wäre in mehrfacher Hinsicht nicht zielführend. Untersuchungen zeigen, dass es eher besser ist, wenn ein Kind erst seine Muttersprache sauber erlernt als eine Fremd- bzw. Zweitsprache halb.
«Der Kanton muss die Führung übernehmen und flächendeckend für qualitativ hochwertige Angebote sorgen.»
Hingegen sind wir, wie schon in anderem Zusammenhang gesagt, nicht zufrieden, dass die Regierung findet die Umsetzung der Erkenntnisse aus der Sprachstandserhebung soll nicht oder nicht wenigstens in enger Begleitung durch den Kanton erfolgen. Der Vorstand von Bildung Aargau ist sich einig, dass es nicht reicht, wenn mit einer Anschubfinanzierung von CHF 400 pro Kind der Kanton die Gemeinden unterstützt. Damit die Gemeinden ein gutes Angebot im Bereich Frühförderung erstellen, braucht es mehr. «Der Kanton muss die Führung übernehmen und flächendeckend für qualitativ hochwertige Angebote sorgen.» sagt Colette Basler, Präsidentin von Bildung Aargau. Dies durchaus in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und privaten Anbietern von Spielgruppen und Kitas.
Denn wir sind mit der Regierung einverstanden, dass die Umsetzung niederschwellig erfolgen soll. Die Umsetzung kann beispielsweise in einer Spielgruppe erfolgen, welche weniger Auflagen erfüllen muss als Kitas. Trotzdem muss die Qualität auch bei Spielgruppen beachtet werden. Die Regierung verkennt die Komplexität der Aufgabe, wenn sie als mögliche Umsetzung der frühen Förderung engagierte Mütter und Väter sieht, die mit ein paar Kindern am Samstagnachmittag in den Wald gehen.