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Frühe Förderung lohnt sich

Damit Kinder erfolgreich in den Schulalltag starten können, sind Kenntnisse der Landessprache von entscheidender Bedeutung. Eine zentrale Rolle spielt dabei die frühe sprachliche Förderung. Wir stellen dir zwei spannende Projekte vor, die genau hier ansetzen.

Kantonales Pilotprojekt «Deutsch vor dem Kindergarten»

Zwischen 2021 und 2024 führte der Kanton Aargau in ausgewählten Gemeinden Pilotprojekte zur «Deutschförderung vor dem Kindergarten» durch. Ziel war es, die Deutschkenntnisse von Vorschulkindern, insbesondere von solchen mit nicht-deutscher Familiensprache, zu verbessern und somit gleiche Startbedingungen beim Kindergarteneintritt zu schaffen. 

Die Evaluation der Projekte zeigte, dass die Kinder während des Förderjahres signifikante Fortschritte erzielten und Grundkenntnisse in Deutsch erwarben. Dennoch benötigte ein Grossteil der Kinder auch nach der Förderung weiterhin Unterstützung im Kindergarten. Basierend auf diesen Erkenntnissen plant der Regierungsrat, ab 2026 eine flächendeckende Sprachstanderhebung eineinhalb Jahre vor Kindergarteneintritt einzuführen. 

Am Projekt beteiligt war auch der Gemeindeverband «Impuls Zusammenleben aargauSüd». Laut Natalie Ammann der Regionalen Koordinationsstelle Frühe Kindheit ist der Bedarf nach Sprachförderung vor dem Kindergarten in den beteiligten Gemeinden gross. Der Fragebogen, der von Impuls Zusammenleben aargauSüd jährlich an die Eltern der Kinder, die vor dem Kindergarteneintritt stehen, verschickt wurde, zeigte, dass zwischen 42 und 60 Prozent der Kinder zusätzliche Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache benötigen. Die Eltern dieser Kinder erhalten einen Gutschein für zwei Spielgruppenbesuche pro Woche. Rund 85 Prozent der Eltern nutzen diese Möglichkeit. Die grosse Herausforderung sei dabei, so Ammann, die Eltern gut zu informieren, damit sie das Angebot auch tatsächlich nutzen.  

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Frühe sprachliche und soziale Integration – «MuKi-Deutsch» Kurse im Aargau

Mehr als Deutsch: Im Zentrum des schulnahen MuKi-Deutsch-Angebots von «machbar» steht die Überzeugung, dass sprachliche, soziale und berufliche Integration in einer untrennbaren Wechselwirkung zueinander stehen. So bietet der Doppelkurs den teilnehmenden Müttern die Möglichkeit, ihr Deutsch zu verbessern, während sie gleichzeitig gezielt auf die Kommunikation mit der Schule vorbereitet werden. Weitere Elternbildungsthemen, zentrale Informationen über die Gemeinde wie auch alltagsrelevante, soziale und kulturelle Werte und Normen werden vermittelt. 

Was die Kinder angeht, steht nicht «nur» die frühe Förderung der Deutschkenntnisse im Vordergrund, sondern auch die Vorbereitung auf Situationen, die sie im Kindergarten erwarten – zum Beispiel das Sitzen im Kreis oder das Verwenden einer Schere. Ziel des Kurses ist die Verbesserung der kommunikativen Fertigkeiten der Teilnehmenden, wobei der Lernprozess auch die persönliche Entwicklung fördert und zu mehr Autonomie und Teilhabe führt.

«machbar» führt den standardisierten MuKi-Deutsch Kurs bereits seit 25 Jahren durch. Die teilnehmenden Mütter bezahlen fünf Franken pro Lektion – den Rest der Kosten tragen die Gemeinden, der Kanton und der Bund im Rahmen des Kantonalen Integrationsprogramms (KIP).

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