Volksinitiative kommt am 14. Juni 2026 vors Aargauer Stimmvolk

Der Fachkräftemangel an Schulen führte und führt in den Gemeinden zu Personallücken, oft werden Personen ohne Lehrdiplom angestellt. Diese Notlösung darf nicht zum Dauerzustand werden und es galt und gilt, die Politik mit in die Verpflichtung zu nehmen. Aus diesem Grund lancierte der Dachverband LCH zusammen mit den Verbänden – allen voran Bildung Aargau – den «Aktionsplan Bildungsqualität».

Dieser Aktionsplan möchte die Bildungsqualität als Auftrag an die Politik und als Ziel verankern. Dazu starteten in den Kantonen Aargau, Bern, Obwalden, Graubünden und Schwyz Initiativen, Petitionen und andere Aktionen, um die Kantone auf politischer Ebene zum Handeln zu bringen. Denn Kinder und Jugendliche zu unterrichten, ist eine wichtige und anspruchsvolle Aufgabe, die eine entsprechende Ausbildung erfordert. Die Kinder sollen die bestmögliche Bildung erhalten.

Für Bildung Aargau war klar: Die Bildungsqualität muss in der Aargauer Verfassung verankert werden. Der Verband erachtet es als dringend notwendig, dass konkrete Massnahmen getroffen werden, damit die Schulen (von Kindergarten bis Sek-II-Stufe) ihren Bildungsauftrag in hoher Qualität erfüllen können. Dabei ist klar: Es gibt nicht DIE eine Massnahme, die den Personalmangel an Schulen behebt, sondern es braucht ein Bündel von Verbesserungen und Anpassungen insbesondere in zwei Bereichen:

  • Es braucht mehr qualitativ gut ausgebildetes Personal.
  • Dem bestehenden Personal muss Sorge getragen werden.
  • Es braucht kleinere Klassen
  • Die Lehrpersonen sind von administrativem Aufwand zu entlasten


Das Interesse der Bevölkerung, sich auf die Diskussion um Bildungsqualität im Schulwesen einzulassen, war gross, viele unterschrieben. Am 28. August 2024 waren die notwendigen 3000 Unterschriften zusammen. Bildung Aargau ist erfreut, dass die Initiative damit planmässig zustande gekommen ist und nach dem administrativ-politischen Prozess der Aargauer Bevölkerung zur Abstimmung vorgelegt wird. Am 14. Juni 2026 ist es soweit: Das Aargauer Stimmvolk stimmt über unsere Bildungsinitiative ab. 

«Am 14. Juni 2026 ist es soweit: Das Aargauer Stimmvolk stimmt über unsere Bildungsinitiative ab.»

Sollte sie angenommen werden, ist es am Kanton, griffige Massnahmen in die Wege zu leiten. Ideen dazu sind vorhanden, der alv hat eine Liste von Massnahmen auf der Kampagnenwebsite aufgeführt.

Am 17. Januar orientierten die damalige Verbandspräsidentin Kathrin Scholl und Geschäftsführer Dani Hotz an einer Medienorientierung über Inhalte und Ziele der Volksinitiative. Die Aargauer Zeitung oder auch Tele M1 berichteten darüber, es folgte im Nachgang ein ausführliches «Montagsgespräch» von AZ-Journalist David Walgis mit Kathrin Scholl in der Aargauer Zeitung. Rasch kamen etliche Testimonials von Bildungsfachleuten und -politikerinnen und -politikern zusammen zur Unterstützung der Initiative. Im April führten die Bildung Aargau Geschäftsführung und die Geschäftsleitung Standaktionen in den Aargauer Städten Aarau, Baden, Bremgarten, Brugg, Lenzburg, Muri, Rheinfelden, Wohlen und Zofingen durch, um weitere Unterschriften zu sammeln und mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Der Verband sammelte seine Unterschriften vollständig selbst und somit ohne bezahlte Sammlerinnen und Sammler.

«Am 14. Juni 2026 braucht es ein «Ja» zur Bildungsinitiative und damit eine verbindliche Verpflichtung auf Stufe Kantonsverfassung Bildungsqualität in politischen Entscheidungen immer mitzudenken.»

Nach Einreichung der Initiative verstrichen einige Monate. Es gab mehrere Treffen mit Vertretungen der grossrätlichen Bildungskommission. Dabei stand auch die Frage nach einem direkten oder indirekten Gegenvorschlag zur Initiative im Raum. Bildung Aargau und das Initiativekomitee waren diesbezüglich offen und stellten sogar einmal Paragrafen im neuen Schulgesetzt zusammen, die unseren Erachtens hätten geändert werden müssen, damit wir über einen Rückzug der Initiative hätten nachdenken können. Leider entstand daraus nichts und auch ein Antrag einen Entwicklungsschwerpunkt mit den wichtigsten Anliegen von Bildung Aargau in den Finanzplan aufzunehmen wurde vom Grossen Rat abgelehnt.

Schliesslich wurde die Initiative im Grossen Rat diskutiert und - wie zu befürchten war - zur Ablehnung empfohlen. Die Gegenargumente sind dabei widersprüchlich. Einerseits wird behauptet die Anliegen der Initiative seien bereits erfüllt, anderseits wird mit hohen Mehrkosten gedroht. Insbesondere die Aussage, die Initiative sei zu teuer, erstaunt, wenn man bedenkt, dass der Kanton Aargau schuldenfrei ist eine Reserve von über eine Milliarde Franken hat und in den letzten vier Jahren die Steuern drei mal gesenkt wurden. Schliesslich muss betont werden, dass Bildungsausgaben Investitionen in die Zukunft sind. Sie lösen längerfristig dynamische Effekte aus. Weiter wird moniert, dass Bildungsqualität nicht in die Verfassung gehöre. Diese Ansicht ist ebenfalls seltsam. Bildung ist ein zentraler Pfeiler unseres Wohlstandes. Sie liefert inländische Fachkräfte für die Wirtschaft und stärkt Demokratie und Gesellschaft. Die Politik braucht deshalb eine verbindliche Verpflichtung auf Stufe Kantonsverfassung. Weitere Argumente findest du hier.

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