Frühe Förderung, Schnittstellen und Anhörungen
Die frühe Förderung erachtet Bildung Aargau seit Jahren als zentraler Schlüssel, um Chancengleichheit im Aargauer Bildungswesen zu fördern. Mit einer Kita-Initiative hatten wir schon in den Zehnerjahren entsprechende Vorschläge gemacht. Angenommen wurde damals immerhin der indirekte Gegenvorschlag von Regierung und Parlament.
In der Zwischenzeit ist auch im Departement BKS angekommen, dass frühe Förderung sinnvoll ist, aber aktuell zu wenig umgesetzt wird. Namentlich gibt es momentan keine flächendeckende frühe Förderung. Frühe Förderung ist somit stark von der freiwilligen Bereitschaft der Eltern abhängig, ihrem Kind frühe Förderung zukommen zulassen. Dadurch entstehen den Eltern nicht zuletzt hohe Kosten.
Im Rahmen der frühen Förderung wurde ein Pilotprojekt zu Sprachstandserhebung durchgeführt. Das Projekt ist in der Zwischenzeit ausgewertet und es zeigte sich – wenig überraschend –ein hoher Bedarf. Erfreulich, dass deshalb die Sprachstanderhebung für die Gemeinden obligatorisch wird und sie neuerdings im Schulgesetz verankert ist.
Leider ist noch nicht klar, wer allfällige Nachfolgeprojekte, nachdem die Sprachstandserhebung in einer Gemeinde durchgeführt wurden, bezahlt. Aktuell geht der Kanton davon aus, dass die Gemeinden, basierend auf den Resultaten der Sprachstanderhebung, selbst passende Umsetzungsprojekte lancieren und vor allem finanzieren sollen. Der Kanton beteiligt sich nur mit einer kleinen Anschubfinanzierung.
Es muss befürchtet werden, dass viele Gemeinden aus finanziellen Gründen keine qualitativ hochwertige Umsetzung vornehmen werden. Ferner habe nicht alle Gemeinden das nötige Know‑how, um Projekte im Bereich frühe Förderung durchzuführen. Der Kanton muss hier Unterstützung bieten.
Ebenfalls müssen Spielgruppen und Kitas in den Prozess integriert werden. Aktuell ist dies offenbar nicht der Fall. Bildung Aargau wird hier weiterhin Druck machen, dass dies passiert.
So soll die Schnittstelle zum Kindergarten vereinfacht werden. Dieser erste Schritt ist heute für viele Kinder sehr gross. Mit gezielter früher Förderung und genügend Deutschkenntnissen, wäre eine Qualitätssteigerung für alle Kinder möglich.
Weitere wichtige Schnittstellen sind der Übergang vom Zyklus 1 in den Zyklus 2. Vor allem aber der Übergang vom Zyklus 2 in den Zyklus 3 und anschliessend in die Sekundarstufe II.
Damit der Übergang in die Oberstufe, also in den Zyklus 3 vereinfacht wird, hat Bildung Aargau eine Thematische Kommission eingesetzt. Diese hat bereits zwei Mal getagt.
Im Bereich Schnittstelle Sek I – Sek II hat insbesondere das Projekt «Bez meets Kanti» weiter Fahrt aufgenommen. In der Zwischenzeit existieren für fast alle Fächer Treffpunktpapiere. Engagierte Mitglieder von Bildung Aargau haben an diesen Treffpunktpapieren tatkräftig mitgearbeitet.
Beim Übergang in die Berufslehren gibt es aktuell kein vergleichbares Projekt. Da Berufslehren wesentlich heterogener sind, ist dies schwieriger. Immerhin sollen die Resultate des Check S3 zukünftig von den Berufsschulen und Lehrbetrieben verwendet werden dürfen. Die gesetzlichen Grundlagen wurden im neuen Schulgesetz geschaffen.
Bildung Aargau wird im Bereich Check S3 weiterhin Ideen und Vorschläge einbringen. Mittelfristig möchten wir bei der Schnittstelle Sek I – Berufsschulen eine ähnlich erfreuliche Situation, wie bei «Bez meet Kanti» erreichen.
Seit einiger Zeit arbeitet Bildung Aargau zusammen mit Partnerorganisationen daran das revidierte Musikschulgesetz, welches diesen Herbst in den Grossen Rat gekommen ist, erfolgreich zu revidieren. Die Qualität soll steigen, die Gemeinden sollen entlastet und die Anstellungsbedingungen sollen einheitlich werden.
Zu Beginn des Verbandsjahrs lief die Anhörung. Bildung Aargau hat dort noch einmal seine Positionen mit Nachdruck eingebracht.
Weiter beteiligten wir uns an den Anhörungen zum revidierten Lohndekret Lehrpersonen LDLP, zum neuen Personalgesetz und zur Standortevaluation der neuen Gesundheits- und Sozialschulen.
Das LDLP ist für unsere Mitglieder von zentraler Bedeutung. Entsprechend viel Zeit investierten der Vorstand und der Verbandsrat in die Anhörungsantwort.