42,6 Prozent JA zur Bildungsinitiative
Am 14. Juni war es soweit: Die Aargauer Stimmbevölkerung stimmte über unsere Volksinitiative «Bildungsqualität sichern – JETZT!» ab. Leider zeigten schon die ersten Trends, dass es nicht für ein JA reichen wird. Am Ende waren es immerhin über 42 Prozent Ja-Stimmen, was als Achtungserfolg gewertet werden darf. Die Tatsache, dass am gleichen Tag die Initiative für eine Begrenzung der Wohnbevölkerung auf 10 Millionen vors Volk kam, hat unserer Initiative nicht geholfen. Zwar waren die Gegner unserer Initiative im Abstimmungskampf anderweitig beschäftigt, jedoch bewirkte die 10-Millionen Initiative eine starke Mobilisierung auch von Menschen, die sich wenig mit Politik und Bildung beschäftigen.
Die Initiative beanspruchte die Geschäftsstelle während rund einem halben Jahr intensiv. Schon im Vorjahr hatten wir ein Kampagnen-Grob-Konzept entworfen. Insbesondere definierten wir Zielgruppen, und wie wir diese ansprechen wollen. Dabei unterstützte uns Julia Hoppe. Sie hat bereits viel Erfahrung im Führen von Kampagnen und konnte uns wertvolle Hinweise und Analysen geben.
Im Dezember wurde ein Abstimmungsadventskalender lanciert. Anschliessend holten wir Offerten für diverse Werbemassnahmen ein. Die Werbeplattforme waren zahlreich: Zeitungsinserate, Plakatwände, Leserbriefe, Kinowerbung, Social Media Posts etc. Nicht alle Offerten konnten wir umsetzen, da dies unser Budget gesprengt hätte. Dank grosszügiger Spenden vom LCH, von unseren Mitgliedern, dem ehemaligen Primarlehrpersonen- und dem ehemaligen, Bezirkslehrpersonenverein, von ArbeitAargau und von der SP Aargau konnten wir aber eine attraktive, sichtbare Kampagne umsetzen. Die SP half uns zusätzlich bei der Wildplakatierung.
Es gelang uns mit Hilfe von Zora Schiess Gestaltung, eine Agentur, welche in Politkampagnen viel Erfahrung hat, ein tolles Plakat- und Flyersujets zu kreieren. Social Media Film-Sequenzen mit einer Bildungsinfluencerin kamen nicht zustande und auch der Gewerbeverband akzeptierte unser Inserat, welches wir in seinem Magazin veröffentlichen wollten, nicht.
Mehrausgaben hatten wir hingegen bei den Plakaten. Erfreulich war, dass die Idee, dass unsere Mitglieder ein Plakat bei sich zuhause im Garten aufstellen oder am Balkon aufhängen sollen, gut ankam. Dutzende Mitglieder hatten mitgemacht. Daniel Hotz und Beat Gräub hängten derweil Kandelaberplakate auf. Die SP Aargau und unsere Mitglieder leisteten diesbezüglich, ebenfalls grosse Unterstützung.
Vertretungen von Bildung Aargau stellten an Parteitagen verschiedener Parteien die Initiative vor und an insgesamt neun Halbtagen verteilten wir an stark begangenen Orten im ganzen Kanton Abstimmungsflyer. Im Aarau wurden wir zusätzlich von der Musikgruppe «Aarefolk» unterstützt. Zusätzlich platzierten wir etwa ein Dutzend Leserbriefe in den diversen Zeitungen.
Weiter musste am Text für das Abstimmungsbüchlein intensiv gefeilt werden. Die Abstimmungswebsite wurde laufend aktualisiert und erweitert und die Social-Media-Kanäle wurden regelmässig bespielt.
Zudem wurde ein überparteiliches Unterstützungskomitee bestehend aus Simona Brizzi, SP, Irene Kälin, Grüne/ArbeitAargau, Therese Dietiker, EVP, Jürg Baur, Die Mitte und Fabian Schnyder, VSLAG zusammengestellt.
Das Initiativkomitee dankt noch einmal allen herzlich, die spendeten, im Unterstützungskomitee mitmachten, an Verteil- oder Plakataufhängaktionen mitgeholfen oder einen Leserbrief verfasst haben.
VIELEN DANK!!
Das Unterstützungskomitee gab mit einer Medienkonferenz im 4. Mai im Schulhaus Schachen in Aarau den Startschuss zur heissen Phase des Abstimmungskampfes.
Es gelang, eine sichtbare, glaubwürdige Kampagne zu fahren. Im Grossen Rat wurden derweil verschiedene Forderungen der Initiative auf dem parlamentarischen Weg eingebracht. So ist gibt es heute beispielsweise einen breiten Konsens, dass es im Lehrberuf administrative Entlastung braucht. Ferner betonten die Gegner und Gegnerinnen und insbesondere die Regierung, dass viele Forderungen breit akzeptiert seien und man an der Umsetzung sei.
Die Initianten sahen dies naturgemäss anders. Es darf vermutet werden, dass das Stimmvolk die Initiative ablehnte, weil es eben dieses Versprechen, dass viele bereits am Laufen und die Initiative deshalb unnötig sei, glaubte.
Es wird sich zeigen, ob die angerissenen Projekte wirklich auch umgesetzt werden. Andernfalls müssten wir neue Massnahmen für eine gute Bildung im Kanton Aargau in die Wege leiten.