Gymnasium 27 +, Sport als Promotionsfach und neue Berufsfachschulen Gesundheit und Soziales
Im vergangenen Schuljahr haben wir die drei Teilprojekte des Projekts Gymnasium 27+ eng begleitet und die Interessen der Lehrpersonen aktiv eingebracht. Es wurde an den ersten drei von gesamthaft sechs Teilprojekten gearbeitet.
Beim Teilprojekt 1 ging es um die Revision der Promotionsbedingungen bzw. das Promotionsreglement. Mögliche Varianten zu den Promotionsbedingungen wurden in der thematischen Kommission von Bildung Aargau diskutiert. Der Konsens und die Rückmeldungen der Fachschaften zu den geplanten Promotionsbedingungen wurden in den Revisionsprozess sowie in die Begleitgruppe des Departements BKS eingebracht. Eine offizielle Vernehmlassung bei den Lehrpersonen wurde leider nicht durchgeführt.
Beim Teilprojekt 2 stand die Revision der kantonalen Lehrpläne im Zentrum.
Die Fachschaften wurden zur Prüfung der Entwürfe der neuen kantonalen Lehrpläne aufgerufen und ihre Rückmeldungen in die Überarbeitung integriert. Anschliessend wurden die Lehrpläne extern fachlich validiert und weiter überarbeitet. Zudem setzte sich der Verband für eine angemessene Entschädigung der beteiligten Lehrpersonen ein, nachdem sich zeigte, dass der Aufwand höher ausfiel als erwartet und die Vergütung an den Schulen unterschiedlich gehandhabt wurde. Zwar hatte sich die Rektorenkonferenz auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt, nicht alle Gymnasien hielten sich schlussendlich aber daran.
Beim Teilprojekt 3 ging es um die Revision der Maturitätsprüfungen. Der Verband beteiligte sich aktiv an den Diskussionen zur künftigen Ausgestaltung der Maturitätsprüfungen und setzte sich für eine fachlich ausgewogene Prüfungsfächerliste ein, welche viele Fachschaften miteinbezieht und im Schulalltag gut umsetzbar ist. Nachdem ein Zwischenbericht den Wegfall der Prüfungsfächer Englisch und des Ergänzungsfaches in Aussicht stellte, haben wir die Lehrpersonen konsultiert. Eine Umfrage mit über 180 Teilnehmenden bestätigte die breite Unterstützung für den Erhalt von Englisch und des Ergänzungsfachs, worauf diese Anliegen erneut mit Nachdruck gegenüber der Projektleitung und des Departements vertreten wurden.
Konkretisiert hatten sich im vergangenen Jahr die Diskussionen um die Frage, ob Sport zu einem Promotionsfach werden sollte. Die Fachschaft Sport hat hier stark lobbyiert und Bildung Aargau hat diesen Kampf unterstützt. Es sieht so aus, als ob das Fach Sport nun tatsächlich zu einem Promotionsfach wird, was dieses Fach natürlich noch einmal aufwerten dürfte.
Weniger erfreulich war dagegen die Tatsache, dass das Drei-Lektionen-Obligatorium für Sport auf Bundesebene gestrichen werden soll. Zukünftig sollen die Kantone für die Lektionenzahl des Fachs Sport zuständig sein. Es muss befürchtet werden, dass diverse Kantone den Sport als Sparmöglichkeit entdecken und nur noch in geringem Umfang anbieten.
Darunter leiden nicht nur die Kinder, sondern auch die Gesellschaft. Sei es, weil es vermehrt übergewichtige Kinder geben wird, sei es, weil die Gemeinden einen Anreiz verlieren, Sporthallen zu bauen, von denen in der Realität die lokalen Sportvereine meist mindestens so stark profitieren wie die Schulen.
In diesem Zusammen sind die dringenden Neubauten der Berufsfachschule Gesundheit und Soziales zu erwähnen. Diese beinhalten auch den Bau von Sporthallen. Bildung Aargau hat an der Anhörung zur Standortwahl dieser neuen Schulen teilgenommen. Wir erwarten, dass es rasch vorwärts geht. Die beiden bestehenden Gesundheits- und Sozialschulen platzen aus allen Nähten und die Gebäude sind teilweise in einem desolaten Zustand.