Förderklassen und Förderklassen plus - schwierig den Durchblick zu behahlten

Die Förderklassen und die Förderklassen plus beschäftigten Bildung Aargau im vergangenen Geschäftsjahr stark. Sowohl in Sitzungen mit der Departementsspitze als auch am Runden Tisch Volksschule war das Thema mehrfach traktandiert. Der Vorstand und der Verbandsrat von Bildung Aargau behandelten das Thema ebenfalls mehrfach in seinen Sitzungen. In den letzten Sommerferien wiederum erhielten wir in der Rechtsberatung Anfragen von Lehrpersonen, die im kommenden Jahr in einer Förderklasse plus unterrichten sollten und oft wenig bis nichts über ihre zukünftige Aufgabe wissen. An einer Schule fehlt gar schlicht ein Umsetzungskonzept.

Weil immer wieder neue Bezeichnungen vom Departement BKS veröffentlicht wurde, war es eine Zeit lang nicht einfach, den Überblick zu behalten. Dadurch ist Unsicherheit entstanden. 

Schliesslich wurde klar, dass die Förderklassen die Kleinklassen ersetzen sollen, was auch im neuen Schulgesetz abgebildet ist. Mit den Förderklassen plus soll es zusätzlich ein neues Angebot zwischen Sonderschule und Regelschule geben.

Bildung Aargau ist grundsätzlich mit diesen Ideen zur Entlastung einerseits der Regelklassen und anderseits der Kinder einverstanden. Es sind aber weiterhin einige Fragen offen.

Es macht Sinn, zwischen der Regelschule und den Sonderschulen ein Angebot zu schaffen. Aktuell kommt es immer wieder vor, dass Kinder keinen Sonderschulplatz erhalten und deshalb in die Regelschule eingeteilt werden oder gar zuhause bleiben. Beide Lösungen sind offensichtlich ungünstig. Eine Förderklasse plus kann hier tatsächlich helfen und Ruhe ins System bringen.

Kritisch sehen wir, dass vieles bei den Gemeinden hängen bleibt. So sollen die Gemeinden beispielsweise für die Transportkosten aufkommen, wenn eine Förderklasse plus regional angeboten wird, was vom Departement BKS angedacht ist. Auch erwarten wir vom Kanton konkrete Unterstützung beim Umsetzen der Förderklassen plus. Auch da ist aktuell offenbar noch wenig angedacht. Wie gesagt; es gibt offenbar Schulen, die in dieses Abenteuer starteten, ohne ein Umsetzungskonzept.

Schliesslich sollen die Förderklassen plus mit einer Reduktion der Härtefall Ressourcen finanziert werden. Dies sehen wir sehr kritisch. Eine solche kostenneutrale Finanzierung dürfte zu Lasten der Regelschule gehen.

Bildung Aargau wird die Entwicklungen der Förderklassen plus weiterhin kritisch begleiten. Wir werden weiterhin Fragen stellen, auf Schwierigkeiten hinweisen und Vorschläge machen. Für uns ist klar, dass diese Förderklassen plus nicht kostenneutral zu haben sind. Für eine ausreichende Ressourcierung in allen Bereichen werden wir uns weiterhin einsetzen.