Fehlendes Personal hier, fehlende Pensen da

Auch im vergangenen Schuljahr hat der Lehrpersonenmangel nicht nur die Schulen, sondern auch Bildung Aargau stark beschäftigt. Zwar konnte die Regierung auch dieses Jahr wieder vermelden, dass alle Klassen eine Lehrperson haben, doch in zu vielen Schulen handelt es sich immer noch um Notlösungen.

Die Zahl der nicht passend ausgebildeten Lehrpersonen ist mit rund 30 Prozent weiterhin zu hoch. Zwar gibt es immer wieder spektakuläre Beispiele von teilqualifizierten Lehrpersonen, die ihre Aufgabe seit Jahren mit grossem Erfolg erledigen, jedoch gibt es eben auch die vielen anderen Fällen, die weit weniger positiv verlaufen, über die aber niemand spricht.

In vielen Fällen muss das Kollegium qualitative Defizite auffangen, oder es braucht Begleitung, was Zeit und Geld kostet. Schliesslich gibt es auch immer wieder teilqualifizierte Lehrpersonen, die nach kurzer Zeit wieder aussteigen.

Es gibt aber auch teilqualifizierte Lehrpersonen, die selbst merken, dass ihnen die Ausbildung dienen würde. Leider erhalten sie von den Schulen nicht immer die nötige Unterstützung, um die Ausbildung nachzuholen. Auch der Kanton ist aus unserer Sicht weiterhin zu zögerlich bei der finanziellen Unterstützung von Personen, die im fortgeschrittenen Alter die Ausbildung noch nachholen wollen.

Einen konkreten Nachteil, den teilqualifizierte Lehrpersonen haben, ist die Tatsache, dass sie erst nach ein paar Jahren unbefristet angestellt werden dürfen. Wenn plötzlich Pensen wegfallen, sind sie dann die ersten, die entlassen werden.

Wegfallende Pensen, weil es weniger Kinder gibt, war ein Phänomen, dem wir auf der Rechtsberatung von Bildung Aargau diesen Frühling das erste Mal seit Jahren in grösserem Stil begegnet sind. Die Demographie schlägt in einigen Gemeinden zu.

Zwar sind Schlagzeilen in der Art von «Der Lehrermangel ist Vergangenheit» für den Kanton Aargau weiterhin völlig übertrieben. Tatsächlich gibt es in der Zwischenzeit aber auch im Kanton Aargau Gemeinden, die weniger Kinder und somit auch weniger Pensen haben. Das Thema Arbeitsplatzsicherheit dürfte somit in Zukunft an Bedeutung gewinnen.