Fachkräftemangel und Ressourcierung
Der Fachkräftemangel bei Lehrpersonen und Schulleitungen belastete auch im vergangenen Schuljahr die Qualität der Aargauer Schule. Wenn als Folge ungenügender Qualifikationen dann noch die Ressourcen unklar und unlogisch eingesetzt werden, frustriert dies die Lehrpersonen zusätzlich.
Der Fachkräftemangel im Bildungswesen war auch im vergangenen Verbandsjahr bei Bildung Aargau ein Dauerthema. In den Projekten «Magis» und der Task Force «Lehrpersonenmangel», initiiert durch das Departement BKS, brachten wir unsere Lösungsvorschläge ein. Beispielsweise forderten wir, dass Lehrpersonen bei der Berufseinstiegsphase unterstützt werden.
Das Projekt Magis ist seit Herbst 2025 beendet. Im vergangenen Verbandsjahr fanden zwei workshopartige Sitzungen statt. Im Oktober gab es eine Sitzung zum Thema «Vereinbarkeit von Familie und Beruf» und im April zum Thema «Unterstützung im Berufseinstieg». In früheren Jahren gab es einen Workshop zum Thema «externe Kinderbetreuung». Wir erwarten, dass das Departement BKS basierend auf diesen Workshops nun rasch Vorschläge gegen den Lehrpersonenmangel einbringt.
Die Task Force wurde in den Runden Tisch Volksschule integriert, wo Bildung Aargau ebenfalls vertreten ist. Unsere Vorschläge haben jeweils die Stossrichtung, dass Lehrpersonen im System entlastet werden sollen, damit diese wieder in grösseren Pensen und auch im Amt einer Klassenlehrperson arbeiten können. Entlastungen sehen wir beispielsweise mit Hilfe kleinerer Klassen. Weiter könnten auch gewisse administrative Arbeiten beispielsweise an Klassenassistenzen ausgelagert werden. Wir unterstützen deshalb das Ansinnen, dass die Ausbildung der Klassenassistenzen professionalisiert werden soll. Ausserdem würde eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf Lehrpersonen dazu animieren, wieder in höheren Pensen zu arbeiten.
«Unsere Vorschläge haben jeweils die Stossrichtung, dass Lehrpersonen im System entlastet werden sollen, damit diese wieder in grösseren Pensen und auch im Amt einer Klassenlehrperson arbeiten können. Entlastungen sehen wir beispielsweise mit Hilfe kleinerer Klassen.»
Schliesslich sind wir überzeugt, dass wenn es wieder mehr ausgebildetes Personal gibt – nicht nur im Lehrberuf, sondern auch Schulleitungen, Heilpädagogik oder Logopädie –, das System bzw. die Menschen darin automatisch entlastet werden. Wir wollen deshalb, dass teilqualifizierte Lehrpersonen einen Anreiz und die Zeit erhalten, um die Ausbildung nachzuholen. Wir unterstützen die Vorschläge des Departements BKS, die Lohnabzüge für teilqualifiziertes Personal im Rahmen der Revision des Lohndekrets Lehrpersonen (LDLP) zu erhöhen. Mit höheren möglichen Lohnabzügen könnte auch differenzierter den unterschiedlichen Vorbildungen des teilqualifizierten Personals Rechnung getragen werden. Die LDLP-Revision hat Bildung Aargau ebenfalls eng beobachtet und wird dies weiterhin tun. Unsere Anliegen haben wir beim Departement BKS deponiert. Erfreulicherweise wurden einige aufgenommen.
Ressourcensteuerung und Musikschulgesetz - zwei wichtige Themen
Der Fachkräftemangel führt zur seltsamen Situation, dass viele Schulleitungen momentan ihre ihnen zugesprochenen Ressourcen nicht vollständig nutzen können, weil sie das Personal nicht finden. Daneben wurden wir immer wieder von Lehrpersonen kontaktiert, deren Schulleitungen die Ressourcierung intransparent umsetzten, was oft zu Frust und Ärger bei den Lehrpersonen in diesen Schulen führte. Bildung Aargau hat diese Rückmeldungen von unseren Mitgliedern bei der Spitze des Departements BKS und am Runden Tisch Volksschule eingebracht und eine Evaluation der Ressourcensteuerung beantragt.
Die Instrumentallehrpersonen sind in der Praxis ebenfalls oft unterressourciert. Nicht alle Gemeinden halten sich an die Empfehlungen des Kantons. Bildung Aargau unterstützt deshalb die Massnahmen des Kantons im neuen Musikschulgesetz, die darauf abzielen, die Ressourcierung und die Entlöhnung von Instrumentallehrpersonen klarer zu regeln. Bildung Aargau hat die Interessen der Instrumentallehrpersonen in der Begleitgruppe zur Gesetzesrevision einbringen können und darüber hinaus auch an der Vernehmlassung teilgenommen.
Überforderte Schulleitungen gab es nicht nur im Zusammenhang mit der Ressourcensteuerung. Auch im Bereich Personalführung zeigten einige Schulleitungen Mängel, weshalb sich immer wieder Lehrpersonen bei uns in der Rechtsberatung meldeten. Wir gaben Einschätzungen und Empfehlungen ab. Weiter brachten wir unsere Forderung nach einer besseren Ausbildung der Schulleitungen beim Runden Tisch Volksschule und bei der Spitze des Departements BKS ein. Hier scheint sich etwas zu tun. Sowohl die Pädagogische Hochschule, wie auch das Departement BKS haben Verbesserungen in Aussicht gestellt.
Bildung Aargau hat die Bekämpfung des Fachkräftemangels auf den verschiedenen schulischen Ebenen auch in seinen Verbandszielen und wird an diesem Thema dranbleiben.