Digitalisierung, KI und Handyverbot
Die Digitalisierung und insbesondere künstliche Intelligenz (KI) haben im vergangenen Jahr weiter an Fahrt aufgenommen und wurden im Vorstand und auf der Geschäftsstelle von Bildung Aargau intensiv diskutiert.
Weiterhin versuchten wir an den Runden Tischen Mittelschule und Volksschule das Thema zu positionieren und den Kanton dazu zu bringen, in dieser Thematik den Lead zu übernehmen. Insbesondere sehen wir kritisch, dass auf der Sekundarstufe II aktuell jede Schule, manchmal sogar einzelne Fachschaften, mit verschiedenen KI-Tools experimentiert, aber das Vorgehen wenig koordiniert und dafür umso zufälliger ist.
In der Zwischenzeit gibt es einige bekannte und bewährte Anwendungen. Der Kanton sollte nun die Führung übernehmen, um neben der eigentlichen Anwendung auch Fragen zu klären, wie es beispielsweise mit Datenschutz aussieht.
Leider stellt sich der Kanton weiterhin auf den Standpunkt, dass die Schulen vor Ort schauen sollten. Wir werden in diesem Bereich dranbleiben.
Wir standen im Austausch mit einer Grossrätin zu den Themen KI, Deep Fakes und Sextortion (Erpressung von Personen durch die angedrohte Veröffentlichung von Nacktbildern, die mit KI generiert wurden). Unsere Einschätzung und Expertise wurde für die Vorbereitung eines politischen Vorstosses genutzt.
Bei der 1:1 Ausstattung der Lernenden mit digitalen Endgeräten zeigen sich in der Zwischenzeit auch Schwierigkeiten. Die Ablenkungen für die Kinder durch die digitalen Geräte sind gross. Bildung Aargau befürwortet deshalb einen gezielten, aber nicht permanenten Einsatz von digitalen Geräten.
Lehrmittel sollen weiterhin auch in gedruckter Form vorhanden sein. Bildung Aargau hat diese Forderungen in diversen Gremien eingebracht.
Schliesslich beschäftigte den Verband das Handy-Verbot an Aargauer Schulen. Dies, weil Martina Bicher eine Weisung erliess, dass Handys auf der Volksschule während der Schulzeit verboten werden. Einige Schulen hatten bereits solche Verbote, was in der Praxis teilweise Diskussionen wegen der unklaren rechtlichen Grundlage gab.
Bildung Aargau unterstützt in Übereinstimmung mit einem Positionspapier des LCH und in Übereinstimmung mit der grossen Mehrheit unserer Mitglieder ein solches Verbot. Wir durften unsere Einschätzung gegenüber Tele Z kommunizieren.