Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige? Mehrheit unserer Mitglieder dafür
Braucht es in der Schweiz ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige? Eine aktuelle Umfrage unter unseren Mitgliedern zeigt ein deutliches Bild: 78,5 Prozent der Teilnehmenden befürworten ein Verbot von Social-Media-Plattformen für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Nur 7,8 Prozent sprechen sich gegen ein solches Verbot aus. 9 Prozent sind unentschieden, während 4,7 Prozent eine andere Antwort gaben.
Sucht, psychische Belastungen und problematische Inhalte
Die Zustimmung zu einem Verbot kommt nicht von ungefähr. In den Antworten der über 1'500 Umfrageteilnehmenden werden zahlreiche Risiken genannt, die Social Media für Kinder und Jugendliche mit sich bringen kann. Besonders häufig genannt werden das Suchtpotenzial, psychische Belastungen, Cybermobbing, Konzentrationsprobleme und negative Auswirkungen auf den Schlaf.
Auch sozialer Druck, problematische oder ungeeignete Inhalte, Manipulation, Fake News und Fragen des Datenschutzes bereiten vielen Befragten Sorgen.
Ein Verbot allein reicht nicht
Gleichzeitig zeigen die Rückmeldungen: Ein Verbot wird von vielen nicht als alleinige Lösung betrachtet. Mehrfach wird die Befürchtung geäussert, dass Jugendliche Altersbeschränkungen umgehen könnten – beispielsweise durch falsche Altersangaben, andere Geräte oder mit Unterstützung von Drittpersonen.
Deshalb plädieren einige Mitglieder dafür, den Fokus zusätzlich auf die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu legen. Sie sollen lernen, wie sie mit Social Media sicher und verantwortungsvoll umgehen können. Dazu gehören beispielsweise die Auseinandersetzung mit Suchtmechanismen, Fake News, Cybermobbing, Algorithmen und problematischen Inhalten.
Auch die Eltern werden als wichtiger Teil der Lösung gesehen. Sie müssten selbst über ausreichende Medienkompetenz verfügen, um ihre Kinder begleiten, unterstützen und bei Problemen reagieren zu können.
Die Ergebnisse im Überblick
- Ja: 78,5 Prozent
- Nein: 7,8 Prozent
- Ich weiss es nicht: 9,0 Prozent
Andere Antwort: 4,7 Prozent
Die Umfrage zeigt damit vor allem eines: Die Mehrheit unserer Mitglieder sieht Handlungsbedarf beim Schutz von Kindern und Jugendlichen vor den Risiken sozialer Medien. Gleichzeitig besteht die Erwartung, dass ein allfälliges Verbot durch Prävention, Aufklärung und die Stärkung der Medienkompetenz ergänzt werden muss.