Neues aus dem Verbandsrat
Der Verbandsrat von Bildung Aargau startete am 3. September im Bullingerhaus ins neue Schuljahr. Neben personellen Veränderungen prägten vor allem bildungspolitische Themen wie die geplante Revision des Instrumentalunterrichts, die Volksinitiative «Bildungsqualität sichern – JETZT!» sowie die Umsetzung der neuen Spezialklassen die Sitzung.
Am 3. September kam der Verbandsrat von Bildung Aargau erstmals im neuen Schuljahr zusammen. Die Sitzung im Bullingerhaus war geprägt von einigen neuen Gesichtern: Mehrere Fraktionen sind neu besetzt, und auch für die neue Präsidentin Colette Basler bedeutete das Treffen eine erste Bewährungsprobe. Seitens des Departements Bildung, Kultur und Sport nahm Michael Bösiger teil – er stellte die geplante Revision des Instrumentalunterrichts vor. Ziel der Reform ist es, allen Schülerinnen und Schülern bis Ende Sek II einen chancengerechten Zugang zu ermöglichen. Künftig wird das gesamte Angebot bei den Musikschulen angesiedelt und die Gemeinden erhalten einen kantonalen Bildungsauftrag Instrumentalunterricht– die bisher von den Schulen organisierten 15 Minuten Unterricht entfallen. Vorgesehen sind kantonal einheitliche Standards, unter anderem in Bezug auf Löhne der Lehrpersonen, Instrumentenvielfalt, Ensembleunterricht und ein Begabtenkonzept. Zudem wird die Finanzierung klar zwischen Kanton, Gemeinden und Eltern aufgeteilt, während die Personaladministration vereinfacht wird. Der Start des neuen Modells ist frühestens auf das Schuljahr 2028/29 vorgesehen.
Volksinitiative «Bildungsqualität sichern – JETZT!»
In einem nächsten Traktandum informierte der stellvertretende Geschäftsführer Beat Gräub über den Stand der Dinge im Hinblick auf die von Bildung Aargau lancierte Bildungsinitiative. Es ist davon auszugehen, dass die Initiative vom Regierungsrat abgelehnt und im Juni 2026 dem Volk zur Abstimmung vorgelegt wird. Für die Planung der Abstimmungskampagne wird Bildung Aargau von Julia Hoppe unterstützt. Ein Grobkonzept und verschiedene Ideen zur Mobilisierung der Wählerinnen und Wähler bestehen bereits. Beat Gräub wies zudem darauf hin, dass der Verband im Hinblick auf die Abstimmung auf freiwillige Helferinnen und Helfer angewiesen ist.
Delegiertenversammlung
Die diesjährige Delegiertenversammlung von Bildung Aargau findet am 29. Oktober statt. Im Verbandsrat wurden in diesem Zusammenhang der Geschäftsbericht, das Budget und die berufspolitischen Forderungen präsentiert. Ganz oben auf der politischen Agenda von Bildung Aargau steht die Verbesserung der Tragfähigkeit der Regelklassen, das Rückgängigmachen der einschneidendsten Sparmassnahmen und der Einbezug der Lehrpersonen bei Reformen.
Umsetzung Spezialklassen BKS
Zum Abschluss informierte die Präsidentin Colette Basler über die Umsetzung «Spezialklassen» durch das BKS. Ab dem Schuljahr 2025/26 werden sogenannte regionale Spezialklassen eingeführt: Mehrere Gemeinden schaffen gemeinsam Schulklassen für Kinder und Jugendliche, die trotz ausgewiesenem Sonderschulbedarf keinen Platz an einer Sonderschule erhalten haben. Die Beschulung erfolgt regional koordiniert, und das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) unterstützt Planung und Aufbau und übernimmt die zusätzliche Finanzierung. Diese Sofortmassnahme soll sicherstellen, dass die Tragfähigkeit der Regelklassen erhalten bleibt oder gar verbessert wird. Möglichst alle betroffenen Kinder erhalten eine angemessene schulische Betreuung, auch wenn ihnen kein Sonderschulplatz zur Verfügung steht. Der Verbandsrat von Bildung Aargau begrüsst diese neu geschaffene Entlastungsmöglichkeit.